Parkraummanagement
Parkleitsystem in die Jahre gekommen? Warum sich digital ergänzen lohnt
Viele Parkleitsysteme stammen aus den 1990er- und 2000er-Jahren und fallen nach und nach aus. Was die Sanierung schwierig macht und wie eine digitale Ergänzung hilft.
Jonas Langbehn
· 6 Min. Lesezeit
In vielen Städten gehören sie seit Jahrzehnten zum Stadtbild: die Tafeln an den Einfallstraßen, die anzeigen, wie viele Plätze in den Parkhäusern der Innenstadt noch frei sind. Ein großer Teil dieser Parkleitsysteme ist in den 1990er- und 2000er-Jahren entstanden. Heute kommen sie in ein Alter, in dem Anzeigen ausfallen, Ersatzteile fehlen und die Frage im Raum steht, ob man saniert, neu baut – oder anders vorgeht.
Warum alte Parkleitsysteme zum Problem werden
Ein Parkleitsystem ist mehr als die Tafeln am Straßenrand. Dahinter stehen Zählstellen in den Ein- und Ausfahrten der Parkhäuser, Leitungen zu den Anzeigen und ein zentraler Rechner, der alles zusammenführt. Jeder dieser Teile altert auf seine Weise.
Technik, für die es keine Teile mehr gibt
Anzeigemodule, Steuerungen und Leitrechner stammen oft von Herstellern, die die Produkte längst abgekündigt haben – manche Anbieter gibt es gar nicht mehr. Fällt eine Komponente aus, beginnt die Suche nach Restbeständen oder einer Einzelanfertigung. Nicht selten läuft die Zentrale auf einem Betriebssystem, für das es seit Jahren keine Sicherheitsupdates gibt.
Falsche Zahlen sind schlimmer als keine
Zählschleifen und Schranken zählen über die Jahre ungenau, Zählerstände laufen auseinander. Zeigt eine Tafel „frei“, obwohl das Parkhaus voll ist, schickt sie Autofahrer genau dorthin, wo sie keinen Platz finden – und erzeugt den Parksuchverkehr, den sie eigentlich vermeiden soll. Wer das zwei-, dreimal erlebt hat, schaut nicht mehr hin.
Wissen, das in Rente geht
Viele Anlagen werden von wenigen Menschen betreut, die sie seit dem Bau kennen. Die Dokumentation ist lückenhaft, Schnittstellen sind proprietär. Geht dieses Wissen verloren, wird jede Störung zum Projekt.
Die Erwartungen haben sich verändert
Als die Systeme geplant wurden, war die Tafel an der Einfallstraße die einzige Möglichkeit, Autofahrer zu informieren. Heute planen viele ihre Fahrt vorher auf dem Smartphone und wollen schon zu Hause wissen, wo sie parken können – nicht erst an der Kreuzung vor dem Parkhaus.
Sanieren, neu bauen oder ergänzen?
Steht ein Parkleitsystem zur Sanierung an, liegen meist drei Wege auf dem Tisch.
- Sanieren: Defekte Komponenten tauschen, die Zentrale modernisieren. Das verlängert die Lebensdauer, löst aber das Grundproblem alter Technik oft nur für einige Jahre.
- Neu bauen: Neue Tafeln, neue Zählung, neue Zentrale. Das ist die gründlichste Lösung – und die teuerste, mit Ausschreibung, Planung und häufig Tiefbau. Bis das neue System läuft, vergehen oft Jahre.
- Digital ergänzen: Die Tafeln an den wichtigen Achsen bleiben oder werden gezielt saniert. Dazu kommt eine digitale Ebene, die die Daten der Parkhäuser bündelt und sie in einer App und für die Verwaltung bereitstellt.
Der dritte Weg schließt die anderen nicht aus. Er verschiebt nur den Schwerpunkt: weg von immer mehr Hardware im Straßenraum, hin zu Daten, die überall dort ankommen, wo sie gebraucht werden.
Was eine digitale Ergänzung leistet
Informationen vor der Fahrt
Freie Plätze, Preise und Öffnungszeiten der Parkhäuser stehen in einer App, die Bürgerinnen, Bürger und Besucher schon vor dem Losfahren nutzen. Die Tafel an der Einfallstraße wird damit von der einzigen Informationsquelle zu einer von mehreren.
Daten, die vorhanden sind, endlich nutzen
Die Zählstellen in den Parkhäusern liefern ihre Werte ohnehin. Eine digitale Lösung kann diese Daten einbinden, statt neue Sensoren im Straßenraum zu verlangen. Je genauer die vorhandene Zählung ist, desto präziser die Anzeige.
Ein Überblick für die Verwaltung
Laufen die Daten zentral zusammen, sieht die Verwaltung die Auslastung aller Parkhäuser auf einen Blick – live und im Verlauf. Das hilft bei der Steuerung des Verkehrs und liefert belastbare Zahlen für Gremien und politische Entscheidungen, etwa wenn es um Preise, Parkraumkonzepte oder die Zukunft des Parkleitsystems selbst geht.
Worauf Kommunen achten sollten
- Bestand erfassen: Welche Parkhäuser zählen bereits, wem gehören die Daten, und über welche Schnittstellen kommt man heran? Bei privaten Betreibern braucht es eine Vereinbarung.
- Tafeln priorisieren: Nicht jede Anzeige muss erhalten bleiben. Die wichtigsten Zufahrten zu kennen hilft, Sanierungsmittel gezielt einzusetzen.
- Keine neue Insellösung schaffen: Die digitale Ebene sollte mit bestehenden Systemen zusammenarbeiten, statt sie zu ersetzen.
- Betrieb mitdenken: Ein System, das niemand pflegt, altert genauso wie das alte Parkleitsystem. Wer betreibt und wartet die Lösung über die Laufzeit?
Mehr erfahren
Wie das digitale Parkraummanagement von Parkbest funktioniert, zeigt die Seite Digitales Parkraummanagement. Steht in Ihrer Kommune eine Sanierung an? Dann vereinbaren Sie direkt ein Gespräch.
